Béla Bartók: Herzog Blaubarts Burg

Gespeichert von Klaus Kalchschmid am Sa., 03.11.2018 - 13:44

Womit anfangen bei diesem Abend? Am besten mit der ebenso weitläufigen wie nüchternen und doch gerade deshalb einladenden Foyer-Situation mit Garderoben und zwei Gastronomiewaggons in der ehemaligen Paketposthalle im Stuttgarter Norden, wo ursprünglich das Ausweichquartier der Oper während der Renovierung hätte sein sollen.

Thomas Köck: dritte republik

Gespeichert von Jens Fischer am Sa., 03.11.2018 - 13:01

Gruselwillig spielen Ventilatoren mit Gardinen, die im Halbrund den von Stephan Weber geleerten Bühnenraum umarmen. Einige Säulen sollen ihn als Abendland markieren. Nebel, Nebel und noch mehr Nebel erhebt sich als Vorhang. Kommt später auch beim Stichwort „eisige Wand“ und „Grenze“ zum Einsatz. Mit Oma-Perücke und Hosenanzug ist Barbara Nüsse als bürokratisch verknöcherte Geodätin ausgestattet und vervollständigt das Rauch-Event, indem sie sich eine Zigarette anzündet.

Lion Feuchtwanger/Koen Tachelet: Die Jüdin von Toledo

Gespeichert von Hans-Christoph… am Fr., 02.11.2018 - 15:07

Orientierung ist angesagt. Wo Bochum liegt, ist nicht mehr so klar. „Tief im Westen“ meinte noch Herbert Grönemeyer. Johan Simons hat zur Eröffnung seiner Intendanz am Schauspielhaus das Motto „Mitten in der Welt“ ausgegeben. Nicht im Sinne einer zentripetalen nationalen Hybris, sondern als Zeichen einer internationalen Vernetzung. In diesem Sinne warf dann auch der Historiker Philipp Blom in einer politisch eher milden Rede einen kritischen Blick auf Aufklärung, bröckelnde linksliberale Gewissheiten und rechtspopulistische Herausforderungen.

Kurt Weill / Mauricio Kagel / Ernst Krenek: Der Jasager / Der Tribun / Der Diktator

Gespeichert von Sören Ingwersen am Mo., 29.10.2018 - 14:02

Der Junge scheint ins Bodenlose zu stürzen. Rücklings auf einem Rollbrett kreisend, wird er von der Projektion auf den Bühnenboden geradezu aufgesogen: Steile Gebirgsabhänge rasen auf die erhöht sitzenden Zuschauer im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig zu. Ein starker Effekt, der das ambitionierte Thema unterstreicht, wenn die Sparten Junges Theater, Musiktheater und Schauspiel in einem gemeinsamen Opernabend die Mechanismen der Macht aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Unter dem Titel „Machtspiele“ fasst Regisseur Christoph Diem drei Einakter des 20.